14.04.2006

Osterzeit - Openzeit

Die Osterferien hatten gerade begonnen und viele Werktätige und Schüler nutzten die Zeit zum Faulenzen und entspannen. In Werther war von Osterurlaubsstimmung noch nichts zu spüren. Über 200 Schachspieler/innen aus verschieden Nationen trafen sich zum 12. Wertheraner Schachfestival, um gegeneinander in fünf Gruppen ihre Meister zu ermitteln. Zum ersten Mal in der Schachgeschichte des Werther-Open wurde in der A Gruppe auf Wunsch vieler Spitzenspieler ein 7 Runden Turnier ausgetragen. Der Startschuss für die A Gruppe fiel am Donnerstag den 06. April und lockte viele Großmeister wie z.B. GM Tamaz Gelashvili GM (ELO 2576), IM Rainer Buhmann (ELO 2552), GM Gerhard Schebler (ELO 2471)und weitere an.
Die Gruppen B bis D und Jugendgruppe bestritten ihre erste Partie in einem 5 Rundenmodus einen Tag später.
Alle Spieler/innen kämpften hart und fair um jeden Punkt, mit dem Ziel, so hoch wie möglich auf dem Siegertreppchen zustehen. Auch der SK Sieker-Bielefeld war mit zwei Spielern beim 12. Werther Open vertreten.
Der 1. Vorsitzende Rainer Borgstedt ging in der C-Gruppe und der Mannschaftsführer von SK Sieker 2 Frank Hannemann in der D-Gruppe an den Start. Rainer Borgstedt hatte sich zum Ziel gesetzt, endlich einmal ein Werther Open zu bestreiten und aus 5 Spielen mindestens 2,5 Punkte zu erspielen.
In den letzten Jahren scheiterte der 1. Vorsitzende vom SK Sieker-Bielefeld immer an diesem Ziel und verblieb mit 2 Punkten im unteren Drittel der Endtabelle. Beflügelt durch das positive Abschneiden in der Mannschaft in der Verbandsklasse, müsste bei diesem Werther Open spielerisch für Rainer Borgstedt mehr zu erreichen sein.


Brett frei für Frank Hannemann (links)

In der der 1. Runde wurde Rainer Borgstedt mit schwarz gegen Bernd Fischer aus Halle/Künsebeck ausgelost. Der Siekeraner konnte bis zum Mittelspiel seinen Gegner positionell in Bedrängnis bringen,verlor kurze Zeit später die Initiative und musste am Ende die Partie verloren geben. Die Auslosung zur Runde 2 bescherte Jens Hanswillemenke aus Verl als Gegenspieler. Die Partie war lange ausgeglichen und erst nach glücklich bestehen der Zeitnotphase, konnte Rainer Borgstedt einen Bauern gewinnen und mit etwas Glück das Endspiel gewinnen. Die dritte Runde war ein Wiedersehen mit Horst Radde vom SK Königsspringer Wewelsburg. Beim Werther-Open 2003 trafen beide Spieler schon einmal aufeinander. Rainer Borgstedt konnte mit den weißen Steinen damals sich erfolgreich gegen Horst Radde durchsetzen. Der Vereinsvertreter vom Königsspringer Wewelsburg hatte die Niederlage nicht vergessen und wollte sich für dieses Ergebnis revanchieren. Rainer Borgstedt konnte sein Spiel gegen Horst Radde auch in der Nachfolgepartie aufzwingen und mit vier Mehrbauern das Endspiel gewinnen.
Am Ende des 2. Turniertages konnte der 1. Vorsitzende vom SK Sieker mit zwei Punkten aus drei Spielen zufrieden sein. Die Auslosung zur vierten Runde gegen Michael Sadroschinski aus Enger Spenge bescherte dem Siekeraner eine kleine Überraschung. Rainer Borgstedt verlor gegen Michael Sadroschinski in der letzten Saison 2004/2005 im Mannschaftskampf seine Partie und freute sich auf eine Revanchepartie. Beide Spieler waren in der vierten Runde nicht hundertprozentig auf die Partie konzentriert, sodass viele Spielungenauigkeiten auf beiden Seiten auftraten. Die Glücksgöttin Fortuna war letztlich Borgstedt hold und bescherte ihm nach zwölf Zügen einen sehr glücklichen Sieg.
Mit diesem Gewinn konnte sich Rainer Borgstedt Chancen auf einen Ratingpreis am Ende des Turniers machen, vorausgesetzt die letzte Partie endet mit einem Gewinn für den Spieler vom SK Sieker.
Für die letzte Schachpartie wurde für Rainer Borgstedt Slavko Krneta vom SK Hermannsburg ausgelost. Slavko Krneta konnte gegen

Das Werther-Open war mit über 200 Teilnehmer besetzt
Rainer Borgstedt am Ende der Eröffnungsphase die Qualität gewinnen und machte dem Siekeraner alle Hoffnung zunichte einen Tabellenplatz unter den 10 besten Spielern der Gruppe C zu erreichen. Doch der Hermannsburger setzte seine Partie nicht richtig fort und setzte sich einem starken Gegenangriff auf seine Königstellung aus. Die Partie war für Rainer Borgstedt eigentlich mehrmals gewonnen, aber er sah den Gewinnweg nicht. Am Ende der Partie opferte Slavko Krneta einen Turm, der von Rainer Borgstedt mit einer falschen Figur wieder genommen wurde und ein Grundlinienmatt zu Folge hatte. Rainer Borgstedt ärgerte sich sehr über diese Patzerzüge die den sichern Gewinn verspielten.
Am Ende des Turniers war Rainer Borgstedt mit seiner Leistung zufrieden, weil er drei Spiele gegen DWZ stärkere Spieler gewonnen hatte und seine Wertungszahl verbessern konnte.
Frank Hannemann vertrat den SK Sieker-Bielefeld in der Gruppe D.
Für Frank Hannemann war das diesjährige Werther Open sein erstes externes Turnier in seiner Schachlaufbahn. Der Mannschaftsführer von SK Sieker 2 ging sehr motiviert in die erste Turnierrunde hinein. Frank Hannemann wurde mit den weißen Steinen gegen Burkan San vom SK Werther ausgelost. Der Vereinsspieler vom SK Sieker-Bielefeld konnte in einer Italienischen Eröffnung sehr schnell einen Bauern gewinnen und die Spielführung in die Hand nehmen. Sein Gegenspieler verlor in der Endspielphase nacheinander einen Läufer sowie einen Turm und gab schließlich die Partie auf.


Der 2.Vorsitzender Marko Suchland
als Küchenchef

Damit erkämpfte Frank Hannemann seinen ersten Sieg in einem externen Turnier. Durch diesen Sieg beflügelt, setzte der Siekeraner Hoffnung auf drei Punkte, die er bei diesem Turnier erzielen wollte. In der zweiten Runde musste Frank Hannemann gegen Niklas Plassmann von SF Verl antreten. Bedauerlicherweise konnte der Sieker Spieler das zweite Spiel nicht gewinnen und somit vorzeitig einen Platz in der Spitzengruppe zu sichern.
In der dritten Runde musste Frank Hannemann sich mit Melanie Meyer(SK Werris 1927) auseinander setzen. Melanie Meyer bot dem Bielefelder Schachspieler Paroli und konnte sich am Ende einen Sieg auf ihre Fahne schreiben. Für Frank Hannemann wurde es langsam schwieriger seine geplanten drei Punkte zu erreichen.
Am Sonntagmorgen ging der Mannschaftsführer von SK Sieker 2 mit der vierten Partie wieder erholt ins Rennen. Sein nächster Gegner war der jugendliche Adrian Jakubowski aus Rheda. Frank Hannemann war zuversichtlich in dieser vierten Partie zu Punkten. Adrian Jakubowski macht dem Siekeraner das Schachleben schwer und versuchte mit den weißen Figuren das Zentrum zu behaupten, um sich eine günstige Ausgangsposition zu erschaffen. Frank Hannemann tauschte wichtige Figuren aus dem Spiel, so dass am Ende ein Turm- Läuferendspiel mit verschiedenfarbigen Offizieren auf dem Schachbrett stand.
Beide Spieler sahen keine Möglichkeit einen Gewinn zu erzielen und einigten sich auf ein Remis.
Die fünfte und letzte Turnierpartie musste Frank Hannemann gegen Daniel Grusdas von Schachfreunden Verl spielen. Daniel Grusdas wählte in der Spanischen Eröffnung die Jänische-Gambit-Variante und versucht den Siekeraner unter Druck zusetzen. Frank Hannemann konnte seine Figuren schnell entwickeln und einen schönen Angriff auf den Königsflügel aufziehen. Er verhinderte die Rochade des Verlers, gewann durch ein Abzugschach einen Turm und gewann wenige Zügespäter die Partie.
Frank Hannemann konnte mit 2,5 Punkten aus fünf Partien durchaus zufrieden sein, wenn die DWZ-Auswertung nicht negativ für Ihn ausgewertet worden wäre. Doch beim nächsten Turnier kann alles wieder anders aussehen.


Frank Hannemann (li.) und Mike Dittrich
tun was für die schlanke Linie

Gruppe A:
1. GM Gerhard Schebler (Mühlheim Nord) 5,5/7
2. IM Rainer Buhmann (Baden-Oos) 5,5/7
3. GM Stelios Halkias (Griechenland) 5,5/7

Gruppe B: 1. Heinrich Unruh (Gütersloh) 4,0/5
2. Markus Brinkmann (Gütersloh) 4,0/5
3. Stefan Grochtmann (Verl) 4,0/5

Gruppe C: 1. Hans-Joachim Rühmkorf (Enger-Spenge) 5,0/5
2. Jose Santos (Hellern) 4,0/5
3. Dominik Plassmann (Verl) 4,0/5
19. Rainer Borgstedt (Sieker) 3,0/5

Gruppe D:
1. Karsten Eichenhöfer (Lage) 5,0/5
2. Jan Wöllermann (Hellern) 4,5/5
3. Malte Pothmann (Werris) 4,0/5
31. Frank Hannemann (Sieker) 2,5/5

Jugend:
1. Jan-Erik Schröer (Werries) 5,0/5
2. René Wittke (Rheda) 4,5/5
3. Nicolai Sochart (Werther) 4,0/5

Links: Werther Open 2006 und die Tabelle Gruppe C mit Rainer Borgstedt sowie die Tabelle Gruppe D mit Frank Hannemann

Von: Rainer Borgstedt
Schachklub Sieker Bielefeld