25.05.2010

Brackweder SK: Sekt oder Selters 2010

Sieker Teilnehmer erfolgreich:

Hans Lehmann und Darian Gernhuber werden Gruppensieger


Erfolgreich: Hans Lehmann und Darian Gernhuber


Ein Blick in den Turniersaal vor der letzten Runde
Bericht Gruppe 6 von --- Christian Jackl ---
Der Brackweder SK lud zum 6. Mal über die Pfingstfeiertage zum Sekt oder Selters Turnier nach Bielefeld ein. Mit 112 Schachspieler/innen verzeichnete der Brackweder SK einen neuen Teilnehmerrekord. Turnierleiter Dirk Husemann bildete 14 Leistungsgruppen mit 8 Spielern, die in einem Rundenturnier ihren Sieger ausspielen mussten. Rainer Borgstedt startete für den SK Sieker in der Gruppe 8 an eins gesetzter Position mit einer DWZ von 1711. Mit einem Sieg über Martin Rischmüller legte der Vorsitzende des SK Sieker einen guten Turnierstart hin und blickte optimistisch auf die kommenden Spiele. Den ersten Dämpfer brachte Leon Meyer (Brackweder SK) dem Siekeraner in der 2. Runde bei und lies die Hoffnung auf den Turniersieg schwinden. Mit einem Sieg über Andreas Lückner (Gütersloher SV) in Runde 3 setzte er sich ins Verfolgerfeld zu Leon Meyer auf.

Bericht Gruppe 8 --- Rainer Borgstedt ---
Der dritte Turniertag entwickelte sich für Rainer Borgstedt zu einem Desaster. Jascha Bonacic (Hagener SV) brachte dem Siekeraner Spieler eine herbe Niederlage in der 4. Runde bei und warf Ihn endgültig aus dem Verfolgerfeld um den Turniersieg. Rainer Borgstedt versuchte den Schaden so gering wie möglich zu halten und peilte die Marke von 3,5 Punkten an. In der folgenden Runde durfte der Bielefelder Teilnehmer gegen Jakob Bielick vom USV Potsdam antreten. Das Spiel entwickelte sich

Christian Jackl wieder mit Gruppensieg ?

Rainer Borgstedt startet für Sieker in Gr.8
Rainer Borgstedt bis zum Mittelspiel zum Positiven. Doch irgendwie hatte der Siekeraner Vorsitzende das Talent in diesem Turnier seine Spiele zu Verlieren. Bedingt durch einen schwerwiegenden Rechenfehler, stellte er seine Dame ein und gab die Partie auf. Am letzten Turniertag versucht Rainer Borgstedt zwei Siege zu erzielen. Doch leider machten seine Gegenspieler wieder einen Strich durch seine Rechnung. Thomas Konstantin Haase (SV Delbrück) hielt dem Figurenansturm vom Bielefelder Spieler stand und startete einen vernichtenden Gegenangriff. Rainer Borgstedt sah die ausweglose Situation auf dem Schachbrett und gab die 6. Partie auf. In der letzten Runde traf der Vorsitzende des SK Sieker auf Martin Hoffmann ( SK Weißer Turm Rastede). Beide Spieler hatten 2 Punkte auf ihrer Habenseite und versuchten noch einmal voll zu Punkten. Das Spiel zwischen den beiden Teilnehmern hielt sich fast immer die Waage, so dass am Ende Unentschieden ausging. Rainer Borgstedt war mit seinen spielerischen Resultaten sehr unzufrieden und musste den Erfolg seiner Gegenspieler anerkennen. Trotz aller Niederlagen war dieses ein schönes Schachturnier über die Pfingstfeiertage. Der Brackweder SK präsentierte mit einem gut organisierten Schachevent, dass auf eine Neuauflage im Jahr 2011 verlangt.
Gruppensieger wurde ungeschlagen Leon Meyer vom Brackweder SK, der eine sehr starke Turnierleistung über das Wochenende zeigte.

Bericht Gruppe 9 --- Ralf Bascheck ---
Als Erstes möchte ich an dieser Stelle dem Veranstalter ein großes Kompliment aussprechen. Es war ein super Turnier mit perfekter Organisation und Räumlichkeiten. Man ist absolut sportlich und fair miteinander umgegangen. Es wurde viel

Ralf Bascheck zum 1. Mal beim SoS

Till Stapperfenne am Zug
diskutiert, analysiert gekiebitzt und auch die "Plauderei" kam nicht zu kurz.Eines steht fest. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.
Für mich war es das erste Turnier außerhalb des Vereins. Mit meinem Ergebnis über Durchschnitt (3. Gruppenrang mit 4 Punkten aus 7 Spielen) bin ich sehr zufrieden. In den 3 ½ Tagen erlebte ich ein Wechselbad der Gefühle. Es war so ziemlich alles dabei. Ein verdienter Sieg, eine zu akzeptierende Niederlage, eine völlig falsche Einschätzung der eigenen Stellung, ein glücklicher Sieg, ein kämpferischer Sieg, eine verdientes Remis und am Ende "Schachblindheit". Aber nun der Reihe nach. Am Freitag startete ich gegen Nico Granitza (klassisches Damengambit mit Weiß) mit einem Sieg in das Turnier. Es war ein ausgeglichenes Match, wo ich eine Ungenauigkeit des Gegners konsequent ausgenutzt habe.
Die Spiele am Samstag haben mich dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bei dem Vormittagsmatch habe ich als Verteidigung die Sizilianische-Drachenvariante gewählt. Es war wiederum ein sehr ausgeglichenes Spiel mit unterschiedlichen Rochaden. Leider war mein Angriff auf dem Damenflügel nicht ausreichend, so dass mich mein Gegner Birk Härtel am Ende mit seinem Königsflügelangriff geschlagen hat. Diese Niederlage ging in Ordnung, da ich mir nichts vorzuwerfen hatte. Am Nachmittag verlor mein Gegner Ricardo Olivares eine Leichtfigur. Allerdings schlug ich die verkehrte Figur(Läufer auf h3 anstelle des Springers im Zentrum) und sah mich kurze Zeit später einem Damenschach ausgesetzt. Hier hätte ich ein Dauerschach akzeptieren und somit einen halben Punkt mitnehmen sollen. Aber nein, ich spiele weiter und kurze Zeit später werde ich komplett überrollt. Das war Frust pur und am Ende des Tages hatte ich keinen Punkt geholt.
Am Sonntag begann ich als Schwarzer mit einem glücklichen Sieg. Mein Gegner Michael Athens stand ein bisschen besser. Es war ein Spiel, welches insgesamt über 4 Stunden dauerte. Am Ende hatte Michael ein Damenschach übersehen, was dazu führte, dass er in Folge einen Läufer und Turm verlor. Danach gab er sofort auf. Das Spiel am Nachmittag war sehr kämpferisch. Ich musste meine Dame am Ende gegen 2 Türme tauschen. Im Laufe des Spiels hatte mein Gegner Alexander Bulano noch eine Leichtfigur eingestellt, so dass ich rechnerisch im Vorteil war. Allerdings konnte ich keine Mattsituation finden und musste immer aufpassen, dass mir die gegnerische Dame nicht ein Dauerschach geben konnte. Als ich allerdings dann unter Opferung meiner zwei Türme mit einem Turmschach die gegnerische Dame gewinnen konnte, gab mein Gegner auf. Dieses Endspiel mit dem Läufer war zwar grundsätzlich gewonnen, allerdings wären mir keine 3 Minuten Restspielzeit verblieben. Mir fiel ein Stein vom Herzen und am Ende des Tages hatte ich nach über 8 Stunden Spielzeit 2 volle Punkte auf meinem Konto. Ich war wieder im Soll.
Am Montag musste ich gegen die beiden Führenden antreten. Das erste Match spielte ich als Schwarzer gegen Bastian Kissing. Auf dem Brett ergab sich eine Spanischpartie (geschlossen mit Le7). Nach gut 20 Zügen bot mein Gegner das Remis an, welches ich dankend annahm. Es war ein absolut gerechtes Remis. Laut Fritz 12 war die Stellung mit 0,00 !! bewertet. Die letzte Partie hatte es nochmal in sich. Jürgen Siol benötigte nur noch einen halben Punkt für den ungeteilten Gruppensieg. Ich wollte ihm natürlich das Leben so schwer wie möglich machen. Jürgen spielte als Schwarzer das angenommene Damengambit. Er war sichtlich nervös und wollte die Stellung mit dieser Variante möglichst vereinfachen und den noch fehlenden halben Punkt mitnehmen. Spielerisch war es sicherlich von mir meine beste Partie. Ich hatte ihn auf die letzten beiden Reihen "zusammen geschoben" und dabei einen Bauern und Springer erobert. Natürlich gab er nicht auf. Ich war mir sicher, dass ich

Hans Lehmann bei seinem 2. SoS

Darian Gernhuber: Favorit in Gruppe 14
eine Mattkombination auf dem Brett hatte. Tatsächlich gab es auch ein 5-zügiges -allerdings sehr schwer erkennbares- Matt. Ich habe diese Kombination leider nicht gefunden. Mir fehlte schlagartig die Konzentration. Allerdings hätten auch andere Züge zwingend gewonnen, die ich auch kurz vorher durch gerechnet hatte. Aber dann setzte die komplette "Schachblindheit" ein. Ich glaube, jeder Schachspieler hat schon mal eine ähnliche Situation erlebt. Ich sah plötzlich Kombinationen, die es überhaupt gar nicht gab. 3 Züge später war die Stellung durch falsche Abwicklung völlig ausgeglichen. Ich bot das Remis an, dass Jürgen sofort annahm. Damit war er ungeteilter Gruppensieger.

Bericht Gruppe 14 --- Darian Gernhuber ---
In der Gruppe 14 ging Darian Gernhuber für den SK Sieker an den Start. Er gehörte aufgrund der DWZ-Zahl (1144) zu den Favoriten im Feld und rechnete sich gute Chancen auf das Preisgeld und die Flasche (Kinder-) Sekt aus.
Die weiteren Favoriten waren:
Tobias Felsner (SK Barntrup) 1149 DWZ
Matthias Kubacki (Brackweder SK) 1076 DWZ
Noah Levin Neudorf (SG Enger-Spenge) 1054 DWZ
Gleich in der 1.Runde musste er gegen Tobias Felsner mit schwarz antreten. Darian Gernhuber stand in der Eröffnung schlechter dar, weil Felsner das Zentrum besetzte. Darian konnte sich jedoch befreien gewann sogar einen Turm. Nun hatte sich die Partie gedreht und als Darian auch noch die Dame gewinnen konnte, war der erste Sieg in trockenen Tüchern.
In der 2.Runde ging es gegen Kashif Gollasch (vereinslos). Schon früh konnte Darian Gernhuber eine Leichtfigur gewinnen und die Partie nach Hause tragen.
In der 3.Runde ging es gegen Lukas Vogt (SC Springer Schnathorst) Darian Gernhuber und Lukas Vogt kennen sich aus zwei Aufeinander treffen. Stand vor der Partie 1:1, aber Darian will die Führung im direkten Duell. Leider verlor er früh einen Bauern und es schien so als könne Lukas Vogt das Ding nach Hause schaukeln. Doch dann stellte Vogt einen Springer ein - Darian tauschte die Türme ab und gewann das Endspiel. So stand Darian Gernhuber nach der 3. Runde auf dem 1. Platz, da Felsner gegen Neudorf gewann und beide so 2 Punkte aufwiesen.
In der 4. Runde gegen David Riedel (Brackweder SK) wurde es schon schwerer für Darian. Es gelang ihm zunächst mit schwarz eine Figur zu gewinnen, aber David Riedel hatte einen starken Angriff auf dem Königsflügel vorbereitet, so dass Darian Gernhuber die Partie nur remis halten konnte.
Jetzt ging es gegen Noah Levin Neudorf, einen direkten Konkurrenten im Kampf um Sekt und Preisgeld. Nach einer ausgeglichenen Eröffnungsphase wurde Darian langsam stärker. Er baute viel Druck am Königsflügel auf und versuchte die Deckung zu knacken. Leider ging eine seiner Fallen nach hinten los und beide Spieler einigten sich auf ein Remis. Trotz dieser beiden Remis war Darian Gernhuber weiterhin Erster, weil Kubacki gegen Felsner remis spielte.
Am nächsten Tag spielte Darian Gernhuber zunächst mit schwarz gegen Malte Höweler. Der junge Brackweder kämpfte wacker,konnte Darians Sieg nach gut 40min. jedoch nicht verhindern.
Vor der letzten Runde war Darian Gernhuber also mit 0,5 Punkten vor N.L. Neudorf. Gernhuber musste in der letzten Runde gegen Matthias Kubacki (Brackweder SK) ran. Darian Gernhuber konnte früh eine Figur gewinnen, aber leider überschätzte er eine Fesselung von Kubacki und bot zu schnell remis an. Dieses nahm der glückliche Brackweder dankend an. Somit teilten sich Noah Levin Neudorf und Darian Gernhuber den Sieg und den Geldpreis, was jedoch nur ein kleiner Freudendämpfer war. Darian fuhr mit der Gewissheit nach Hause ein gutes Turnier gespielt zu haben!


Von: Rainer Borgstedt
Schachklub Sieker Bielefeld