31.12.2004

Schachtürkencup im HNF stark besetzt

SCHACH: Außergewöhnliche Turnieratmosphäre
Paderborn. Ein besonderes Schachereignis kündigt sich zwischen den Jahren in Paderborn an: Vom 27. bis zum 30. Dezember findet in den Räumen des Heinz Nixdorf Museums Forum (HNF) der l. Paderborner Schachtürkencup statt.
Gespielt wird in sieben Runden nach dem Schweizer System bei einer Bedenkzeit von zwei Stunden für 40 Züge. Neben einem stattlichen Preisgeldfonds wird es in den großzügig gestalteten Räumlichkeiten des HNF sicherlich zu einer außergewöhnlichen Turnieratmosphäre kommen. Nähere Informationen zu dem Turnier unter www.blauerspringer.de
Seinen ungewöhnlichen Namen entlehnt der Schachtürkencup von dem legendären Schachautomaten des österreichischen Freiherrn von Kempelen, den das HNF vor kurzem als funktionsfähigen Nachbau präsentierte. Kempelen hatte 1769 eine angeblich Schach spielende Maschine gebaut, die sich dem staunenden Publikum in Gestalt einer lebensgroßen, hinter einer Konsole sitzenden Türken-Puppe präsentierte. Legendär waren die Gegner, die der Türke fast alle vernichtend schlug: Kaiserin Maria Theresia, Napoleon, Benjamin Franklin um nur die wichtigsten zu nennen. Hochkarätig war aber auch das Innenleben der Schein-Maschine - denn der geniale Trick musste mit viel mechanischer Raffinesse, vor allem aber mit enormem Schachverstand gehandhabt werden.
Johann Allgaier, Jacques Boncourt, William Lewis, später lange Zeit der Elsässer W. Schlumberger verliehen dem Schachtürken sein gefürchtetes aggressives Spiel, dem ein Napoleon Bonaparte nichts, ein André Philidor seine gesamte Kunst entgegen zusetzen hatte. Die Vorstellung, von maschineller Intelligenz besiegt zu werden, war für die Zeitgenossen des 18. und 19. Jahrhunderts geradezu ungeheuerlich.
Als Vorläufer der heutigen Schachcomputer und Schachcomputerprogramme hat der Schachtürke seinen idealen Platz im Heinz Nixdorf Museums Forum gefunden, das in einem Teil seiner Dauerausstellung einen Überblick über deren Entwicklung zeigt. Das größte Computermuseum der Welt präsentiert auf 6.000 Quadratmetern Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Informationstechnik - von der Entstehung der Zahl und Schrift 3.000 v.Chr. bis in das Computerzeitalter.

Aus der Neuen Westfälischen Paderborn

Von: Rainer Borgstedt

Schachklub Sieker Bielefeld