13.06.2004

SK Sieker Bielefeld - USV Potsdam

15. Freundschaftskampf

Am Freitag den 04. Juni 2004 fuhren neun Siekeraner Schachspieler Richtung Potsdam, um die Wanderpokale beim 15. Freundschaftskampf wieder erfolgreich zu verteidigen. Die Fahrt nach Potsdam wurde im Wagen (Rainer Borgstedt, Dietrich Schulz, Justina Grodecki) auf eine Geduldsprobe gestellt, da einige Verkehrsstaus das Vorankommen behinderten. Der Reno Clio von


Rainer Borgstedt wurde vor Braunschweig von der Autobahn auf die Bundesstraße gelenkt, um einen Verkehrsstau von ca. 40 km auszuweichen. Bedauerlicherweise hatten viele andere Fahrzeugbesitzer diese geniale Idee auch, so dass der Reiseverkehr auf der Bundesstraße auch nur schleppend voran ging (der Feierabendverkehr steuerte auch noch seinen teil dazu bei).

Höchste Konzentration beim Blitzturnier
Außerdem machte sich ein Hungergefühl bei der Wagenmannschaft breit, welches nur mit Burgern der Marke MCD gestillt werden konnte. Kurz vor der Autobahnauffahrt Helmstedt sichtete Justina eine Zweigstelle der Markenrestaurantkette MCD, welche sofort angesteuert wurde. Nach dieser kurzen Pause wurde die Marschroute Potsdam wieder aufgenommen. Die Vorhut unter Uwe Rahnenführer machten sich schon langsam Sorgen, wo der letzte Wagen aus Bielefeld bleibt. Durch Dietrich Schulz wurde mittels Handy mitgeteilt, daß sich die geplante Ankunftszeit 20:00 Uhr wegen Wetterverschlechterung nicht eingehalten werden kann. Um 21:00 Uhr erreichten die letzten Siekeraner endlich Potsdam und wurden von den Gastgebern willkommen geheißen. Trotz der vorangegangenen Zeit wurde das Blitzturnier um den Wanderblitzpokal gestartet. Jede Mannschaft stellte sechs

Terrakotta Ausstellung


Schlappe 3000 Euro
für eine Figur


und die Armee dazu
Spieler auf, welche die Punkte erkämpfen mussten. Für Sieker gingen Dietrich Schulz, Justina Grodecki, Rainer Borgstedt, Alexander Stakhanov, Uwe Rahnenführer und Frank Hannemann an den Start. Der USV Potsdam setzte Volker Svitek, Kati Katscher, Hartmut Görlitz, Henning Tischendorf, Falko Zetsche und Robert Hinsche an die Bretter. Die Gastgeber aus Potsdam konnten mit einer etwas spielstärkeren Mannschaft ins Rennen starten und nutzten diesen Vorteil auch aus. Nach einer Spielzeit von einer

Gruppenbild am
Brandenburger Tor
Stunde konnte der USV Potsdam einen verdienten Sieg über den SK Sieker von 25:11 feiern und den Blitzpokal wieder für ein Jahr behalten. Am Samstagmorgen trafen sich alle Schachspieler aus Bielefeld und Potsdam am Bahnhof, um mit der Bahn nach Berlin zu fahren. Auf dem Tagesprogramm lag an erster Stelle der Besuch der Terrakotta Armee im ehemaligen Palast der Republik. Nach dem Erwerb der Eintrittskarten konnten sich die Besucher viele Informationen über das Leben und Wirken des ersten chinesischen Kaisers sammeln. Über ein Rundgangsystem wurden viele Relikte (Terrakotta Figuren, Thronsessel, Waffen, u.s.w.) aus der damaligen Aera dem Zuschauer präsentiert. In einem Kinosaal konnten sich alle Besucher mit Hilfe eines Dokumentarfilms einen zusätzlichen visuellen Eindruck über das schwere Leben der Chinesen erfahren. Nach dem der Besuch der Terrakotta Armee abgeschlossen war, fuhren die Gäste aus Bielefeld mit ihren Gastgebern noch zum Brandenburgertor, um noch einen kleinen Spaziergang Unter den Linden sich zu gönnen - natürlich mit einem kleinen Foto-Shooting.
Langsam wurde es wieder Zeit nach Potsdam zurück zu fahren, um den 15. Freundschaftskampf auszutragen. Der Freundschaftskampf stand unter einer lockeren Atmosphäre, denn der Spaß am Spiel stand an erster Stelle - trotzdem wurden an allen Bretter bis zum Schluss hart gekämpft. Dietrich Schulz musste gegen den spielstarken Tonio Schütze antreten. Beide Spieler bewiesen ihr taktisches Fingerspitzengefühl in ihrer Partie und einigten sich am Ende auf ein Unentschieden. Am zweiten Brett saßen sich Rainer Borgstedt und Andre Stratonowisch gegenüber. Rainer Borgstedt konnte seine Skandinavische
 
Jetzt sind wieder die kleinen
grauen Zellen gefragt.
Verteidigung bis fast zum Schluss halten. Unglücklicher Weise wählte er eine falsche Kombination, verlor eine Leichtfigur und konnte seine Partie aufgeben. Ein gleiches Schicksal erging es Justina Grodecki gegen Fran Böttcher. In einer interessanten Partie mit b2-b4 als Eröffnung entwickelte sich auf beiden Seiten ein Flankenangriff. In der entscheidenden Stellung wurde von Justina Grodecki ein Bauer vorgeschoben, der eine Bauernformation festigte. Ein gegnerischer Springer eliminierte einen rückständigen Bauern, griff ihre Dame an und droht zusätzlich mit seiner Dame ein kleines Zwischenmatt - also Aufgabe der Partie - Schade.
Frank Hannemann hatte die Ehre gegen Kati Katscher anzutreten. Frank Hannemann wählte eine sizilianische Verteidigung, welche er etwas unglücklich abwickelte. Kati Katscher konnte die Bauernstruktur am Königsflügel mit Mattkombination aufreißen, so dass Frank Hannemann am Ende einer Abtauschorgie einen ganzen Turm einbüßte - der nächste Potsdamer Sieg. Einen guten Einstand für den SK Sieker konnte Neumitglied Alexander Stakhanov verbuchen. Er spielte ein Unentschieden gegen Thomas Heinze. Diese Partie enthält noch einige Chancen für Thomas Heinze, da er einen Angriff auf einen Freibauern starten konnte. Da aber der Freundschaftskampf schon entschieden war, wollten beide Spieler ein

Beide Pokale
bleiben in Potsdam
langes ausfechten wohlmöglich sich ersparen. Am nächsten Bretter gaben sich Uwe Rahenführer und Henning Tischendorf sich die Ehre. Henning Tischendorf wählte die Bird-Eröffnung, welche unser Malermeister wieder einmal unkonventionell erwiderte. Es entbrannte ein spannendes Wettrennen gegen die königlichen Rochadestellungen. Henning Tischendorf konnte am Ende einen

Blitzturnier
USV Potsdam 25 : 11 SK Sieker

Vergleichskampf

USV Potsdam 7 : 2 SK Sieker

Tonio Schütze ½ : ½ Dietrich Schulz
Andre Stratonowitsch 1 : 0 Rainer Borgstedt
Frank Böttcher 1 : 0 Justina Grodeszka
Kathleen Katscher 1 : 0 Frank Hamann
Thomas Heinze ½ : ½ Alexander Stakhanov
Henning Tischendorf 1 : 0 Uwe Rahnenführer
Hans-Werner Roitzsch 1 : 0 Dieter Pustlauk
Falko Zetsche 1 : 0 Sabine Kause
Hans Meller 0 : 1 Franz-Josef Kause

Durchbruch erwirken, der Material gewinnen und Umwandlung eines Bauern zu einer neuen Dame drohte. Also die nächste Niederlage der Gäste aus Bielefeld. Sabine Kause versuchte am achten Brett gegen Falko Zetsche ihr Glück, um vielleicht einmal für Sieker zu Punkten. Beim Abschluss ihrer Eröffnung spielte Sabine Kause ihren E-Bauern ins Zentrum, der sofort als Angriffsziel diente. Nach einer Abtauschkombination büßte unsere zweite Frau in der Mannschaft ihre Dame ein, so dass die nächste Niederlage für den SK Sieker drohte. Doch am letzten Brett spielte noch Franz-Josef Kause gegen Hans Meller seine Schachpartie. Bedauerlicherweise ist die Notation der Partien unvollständig, so dass leider keine Nachspielmöglichkeit gegeben ist - schade. Denn Franz Kause rettete die Familien und Vereinsehre mit seinem wohl verdienten Sieg. Der Endstand fiel also 7:2 für die Gastgeber für den USV Potsdam aus und somit verbleiben beide Wanderpokale in der Landeshauptstadt von Brandenburg. Am Abend saßen fast alle Schachspieler(innen) noch gemütlich im Biergarten und ließen den Samstag feucht fröhlich ausklingen. Am Sonntagmorgen gab es noch einen köstlichen Brunch in einer Kneipe in Babelsberg bevor es wieder zurück nach Bielefeld ging. Beide Vereine freuen sich schon auf ein neues Aufeinander treffen im nächsten Jahr.


Von: Rainer Borgstedt
Schachklub Sieker Bielefeld