26.07.2012

Besuchder Dortmunder Schachtage

Am Samstag den 14.07.2012 machte sich wieder eine kleine Gruppe Vereinsmitglieder auf um das Großmeisterturnier der Dortmunder Schachtage zu besuchen. Mittlerweile gehört dieser Ausflug sicher schon zur Tradition.

Die Partie des Tages: Gustafsson-Kramnik
Im gemütlichen Ambiente des Dortmunder Schauspielhauses kann man über Kopfhörer den Kommentaren der deutschen Großmeister Bischoff und Siebrecht zu den Partien lauschen.
Dieses Jahr waren Constanze Jaeckel, Klaus Pointke, Dietrich Schulz und Karsten Schöne mit von der Partie. Unsere Reise begann um 13.00 Uhr am Bielefelder Hauptbahnhof. Der Regionalexpress beförderte uns in einer Stunde nach Dortmund. Nach weiteren 10 Minuten Fußweg haben wir dann das Schauspielhauserreicht. Erfreulicherweise gab es dieses Jahr auch wieder einen Stand mit Schachbüchern + DVD´s.
Das diesjährige Großmeisterturnierhatte 10 Teilnehmer, darunter die Stammbesetzung der deutschen Nationalmannschaft, die Ende 2011 überraschend Europameisterwurde. Die Paarungen am 14.07.12 lauteten: Fridman-Leko, Bartel-Karjakin, Naiditsch-Meier, Gustafsson-Kramnik und Ponomariov-Caruna.
Es war eine sehr kämpferische Runde und das lag nicht am Verbot des Kurzremis! Fridman und Leko einigten sich nach einer Stellungswiederholung auf remis, obwohl Leko vorher wohl leichte Vorteile hatte. Naiditsch opferte gegen Meier eine Figur für starken Angriff. Meier verteidigte sich aber umsichtig und konnte in ein Turmendspiel mit Mehrbauern abwickeln. Dieses war dann aber auch nicht mehr zu gewinnen, also remis.
Bartel fraß gegen Karjakin einen Bauern, den er lieber hätte stehenlassen sollen. Sein König blieb in der Mitte

Vladimir Kramnik nach der Partie:
So sehen Sieger aus!
stecken und Karjakin trug seinen gewinnbringenden Angriff vor. Ponomariov nutzte einen schlechten Aufbau seines Gegners Caruana am Damenflügel und erlangte die Initiative. Diese verwertete er technisch sauber zum Partiegewinn. Die Partie des Tages war dann aber Gustafsson-Kramnik. Der russische Ex-Weltmeister spielte mit Schwarz die königsindische Verteidigung und war bestens auf Gustafssons Züge vorbereitet. Der deutsche Nationalspieler wirkte sehr überrascht und verbrauchte schnell große Teile seiner Bedenkzeit. Ein schönes Qualitätsopfer brachte Kramnik dann einen weit vorgerückten Freibauern auf der a-Linie. Nach nicht einmal 30 Zügen war es dann um Gustafsson geschehen, er musste aufgeben.

Hier die Partie zum nachspielen!

Gustafsson,Jan(2629) - Kramnik,Wladimir (2799) 14.07.2012
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e57.Le3 c6 8.0-0 exd4 9.Sxd4 Te8 10.f3 d5 11.cxd5 Sxd5 12.Sxd5 cxd5 13.Tc1 a5 (Eine Neuerung von Kramnik. Für die beiden nächsten Züge brauchte Gustafsson über eine Stunde seiner Bedenkzeit) 14.Db3 a4 15.Dxd5 Dxd5 16.exd5 a317.b3 Sc6 18.Sc2 (hierwar Gustafsson schon bei unter 10 Minuten Restbedenkzeit bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug) Txe3! 19.Sxe3 Sb4 20.Tc4 Sxa2 21.Ta4 Txa4 22.bxa4 Ld4 23.Kf2 Sb4 24.Tc1 a2! (zum Schluss noch ein Figurenopfer) 25.Txc8+ Kg7 26.Tc1 Sxd5 27.Td1 Sxe3 und Weiß gab auf.


Am Samstag den 14.07.2012 nach der Zeitkontrolle um 19.00 Uhr haben wir uns langsam wieder auf den Weg zum Bahnhof gemacht und nach einem kleinen Imbiss um kurz vor 8 sind wir in den Zug Richtung Bielefeld gestiegen. Um 21.00 Uhr waren wir dann wieder zu Hause. Wir hatten einen unterhaltsamen und sehr kurzweiligen Nachmittag in Dortmund erlebt und freuen uns schon auf den Besuch im nächsten Jahr!

Von Karsten Schöne
Schachklub Sieker Bielefeld