02.01.2005

Alligator-Pokal

Mehr als 100 Schachspieler beteiligen sich am Turnier

Spenge. Seit bereits 29 Jahren lockt die Schachgemeinschaft Enger/Spenge zahlreiche Schachinteressierte aus Enger, Spenge und der weiten Umgebung an. Zwischen Weihnachten und Neujahr heißt es dann: vier Tage Schach.
In diesem Jahr blieb der große Ansturm aus. Grund dafür ist nicht nur das erstmals ausgerichtete Konkurrenzturnier in Paderborn, sondern auch die Tatsache, dass das Turnier in diesem Jahr an vier Werktagen stattfindet. "Wir haben auf mehr Teilnehmer gehofft, aber das Problem ist, dass sich die Leute dann vier Tage Urlaub nehmen müssten", verrät Carsten Petersen, erster Vorsitzender der Schachgemeinschaft Enger- Spenge. Dennoch: Es haben sich immerhin über 100 Schachinteressierte, davon 11 von dem ausrichtenden Verein, für den traditionellen Wettkampf angemeldet.
Vor 29 Jahren hat Rolf Mießner das Turnier um den Alligator-Pokal ins Leben gerufen. "Er hat damals die Lust verspürt, so ein Turnier auszurichten", sagt Carsten Petersen.
Gespielt wird in vier Leistungsklassen
Mießner, der seit mehreren Jahren an den Senioren-Weltmeisterschaften teilnimmt, hat sich aus der Organisation ganz zurückgezogen. Seine Schachfreunde von der SG Enger / Spenge haben das Turnier mittlerweile zu einer beliebten Tradition entwickelt.
"Wir spielen in vier Leistungsklassen, um allen Schachfreunden interessante Partner zum Kräftevergleich schon von der ersten Runde anzubieten und auch weniger erfahrene Amateure zum Zug kommen zu lassen", erklärt Maik Becker-Sievert, Geschäftsführer der Schachgemeinschaft Enger/Spenge. Gespielt werden sieben Runden nach dem Schweizer System und den Fide-Regeln. Für die ersten 40 Züge erhalten die Spieler jeweils eine Bedenkzeit von zwei Stunden, anschließend stehen ihnen nochmals 30 Minuten zur Verfügung, die nach den Schachschnellregeln gespielt werden.
In der Gruppe A spielen alle, deren Deutsche Wertungszahl (DWZ) größer als 2000 ist und alle die, die einmal gegen starke Gegner antreten möchten. In dieser Gruppe spielt die weibliche Fide-Meisterin Claudia Steinbacher von den "Rodewischer Schachmiezen" mit einer DWZ von 2148 als einzige Frau mit. Spitzenspieler der Gruppe ist der Großmeister Janis Klovans (SG Enger/Spenge) mit einer Deutschen Wertungszahl von 2455.
Bereits in der ersten Runde unterzog er sich einem spannenden Spiel gegen Ludger Höllmann (SV Nordhorn Blanke; DWZ: 2072). Während des Spieles lehnte Janis Klovans ein Remis ab, dass Ludger Höllmann ihm zuvor angeboten hatte. In dem weiteren Spielverlauf tat sich eine überraschende Wendung auf. Die Stellung deutete auf ein Unentschieden hin, die Zeit hingegen sprach für Ludger Höllmann. Hätte Ludger Höllmann auf Zeit gespielt, so hätte er gewonnen. Dies hatte auch Janis Klovans erkannt und bot nun selber Remis an. "Ich war nervös und da habe ich mir gedacht, ich nehme das Remis an", erzählt Ludger Höllmann.
Die Gruppe B war für alle die gegründet worden, die eine DWZ zwischen 1600 und 2000 haben. Mit 35 Spielern, davon vier von der SG Enger/Spenge, ist dieses die größte Gruppe. Auch hier ist die Frauenquote niedrig. Nur eine Frau wagte das Spiel gegen die Konkurrenz: Bianca Albano-Jeremias (SK Minden). Mit 30 Spielern ist die Gruppe C die zweitgrößte.
Im letzten Jahr wurde die "Young-Star-Gruppe" ins Leben gerufen. Hier können Kinder unter 14 Jahren ihr Können unter Beweis stellen. Da die Gruppe sowohl 2003 als auch in diesem Jahr auf eine positive Resonanz stieß, wird sie auch weiterhin existieren.
Bereits bei den Jugendlichen wird deutlich, dass Schach wohl eher "Männersache" ist. Denn auch hier sind von 19 Teilnehmern nur zwei weiblich. Ob sich Annerieke Dieckmann und Katja Zudak aus Hücker-Aschen durchsetzen können, wird sich zeigen. Bei den Jugendlichen ist eine Schachpartie rasch vorbei. "Eine Partie hat bei den Kiddies aber immerhin eine Stunde und 40 Minuten gedauert", schmunzelt Carsten Petersen. In der Zwischenzeit spielen die Kinder Fußball oder Schach, gehen in die Stadt oder naschen am Kiosk.
Dass so ein Kiosk betrieben wird, ist für eine Veranstaltung dieser Größenordnung wichtig. Maik Becker-Sievert, Friedhelm Peske, Andrea Sievert, Norbert Glas, Dieter Schinke und Raphael Knips verwöhnen die Teilnehmer mit zahlreichen Leckereien. Nachdem morgen Mittag die letzte Runde gespielt ist, hat der Turnierleiter Michael Sadroschinski die verantwortungsvolle Aufgabe, den Sieger zu ermitteln. Für die Erstplatzierten jeder Gruppe wird es einen Pokal geben. Außerdem erhalten die fünf Erstplatzierten der Gruppen A, B und C einen Preis.
Die Jugendlichen, die in der "Young-Star-Gruppe" antraten, werden alle eine Medaille erhalten. Zudem lockt die SG Enger- Spenge mit Gutscheinen für die ersten Fünf.

VON ANIKA CORNELIUS ( Neue Westfälische)
Schachklub Sieker Bielefeld