15.12.2009

Schachopen Bad Wildbad 2009

Der Traum von einem Mädchen aus der Ukraine wird wahr


Angelika Valkova´s Traum wird wahr

"Ich möchte gerne einmal ein Schachturnier in Deutschland mitspielen" träumte die 11-jährige Angelika Valkova aus der Ukraine. Dieser Traum wurde für das Mädchen aus der Stadt Nikopol im Oktober wirklich wahr. Der Schachklub Sieker erfuhr von diesem Traum durch das Vereinsmitglied Alexander Butwilowski. Dieser stellte die Frage, ob der Verein dem Mädchen aus der Ukraine helfen könnte. Daraufhin setzte sich der Vereinsvorstand zusammen und beriet sich wie man diesen Wunsch erfüllen kann. Die Unterbringung von Mutter und Tochter für den Aufenthalt in Bielefeld erklärte sich Alexander Butwilowski bereit. Seniorenwart Heinz Detert plante für sich und zwei weitere Schachfreunde die Teilnahme bei einem Seniorenturnier in Bad Wildbad vom 02. bis zum 10 ein. Oktober. Zur gleichen Zeit fand auch ein Schach-Open statt, das für jeden zugänglich war. Da Angelika Valkova keine Angst vor starken Gegenspielern hat, ist eine Teilnahme beim Open ideal. Sie erlernte das königliche Spiel mit 5 Jahren und entwickelte viel Spaß und Leidenschaft zum Schach. Sie suchte den Schachverein in Nikopol auf, wo man ihre Begabung entdeckte und Talent weiter förderte. In ihrer kleinen Schachkariere hat sie bis heute in der Ukraine / Russland einige Erfolge für sich verbuchen können:

Schachkönigin der Stadt Nikopol 2007
7. Platz im jährlichen internationalen Festival 2007 in Kirilovka
3. Platz der 3. Schacholympiade 2007 der Stadt Kiev
4. Platz in der Meisterschaft des Südbezirks von Moskau 2008
2. Platz in der Mädchen-Meisterschaft im Gebiet Dnjpropetrovsk 2008
4. Platz Schachhoffnung Ukraine der Stadt Nikolaev
3. Platz Jugendmeisterschaft 2008 der Stadt Nikopol
1. Platz Frauenmeisterschaft 2009 der Stadt Nikopol

Heinz Detert organisierte im Vorfeld die Unterkünfte und sprach mit dem zuständigen Turnierleiter Karl-Otto Jung, ob Angelika Valkova mit diesen Referenzen am Schach-Open in Bad Wildbad mitspielen dürfte. Dieser freute sich über den Wunsch von Angelika Valkova und sorgte für einen Freiplatz für das Schachturnier. Das Konsulat der BRD in der Ukraine (Kiev) gewährte Mutter und Tochter die nötigen Visa und damit war die Reise nach Deutschland perfekt. Angelika und Ina Valkova erreichten nach zwei Tage Reisezeit Bielefeld am Samstag den 26. September spät abends. Sie wurden von Alexander Butwilowski in Empfang genommen und bei Ihm zu Hause einquartiert. Für den Zeitraum bis zum Schachturnier haben die Gastgeber für die beiden Frauen ein kleines Rahmenprogramm erstellt, um ihnen die Sehenswürdigkeiten der Stadt Bielefeld und Umgebung zu zeigen. Zusätzlich wurde Angelika Valkova von der Gesamtschule Stieghorst eingeladen, um einmal einen Schulalltag in Deutschland zu erleben. Am selbigen Nachmittag fand auch die Schulschach AG der Gesamtschule statt. Dort konnte Angelika Valkova sich ohne sprachliche Schwierigkeiten spielerisch mit den Schülern auf dem Schachbrett verständigen.


Nur keine Angst vor starken Spielern

Am Freitag den 02. Oktober begann das Bad Wildbader Open, in dem sich Angelika Valkova sich behaupten wollte. Das Teilnehmerfeld war stark besetzt, so dass sich man auf spannende Partien freuen durfte. Als eine Spielerin ohne DWZ-Wertung konnte man das Mädchen aus der Ukraine leistungsmäßig schlecht einschätzen und musste den Turnierverlauf abwarten. Sie erwischte einen schlechten Turnierstart und verlor nach langen Kämpfen zwei Partien. Trost und Motivationshilfe erhielt Sie dann von ihrer Mutter, Heinz Detert und Helmut Maczollek. Daraufhin wurde der Kampfeswillen in Ihr entfacht, sie zeigte eine Leistungssteigerung auf, gewann wichtige Punkte und hat sich für ihr Alter sehr gut spielerisch am Ende präsentiert.
Angelika Valkova und ihre Mutter waren von der wundervoller Turnieratmosphäre und herzlichen Gastfreundschaft des Veranstalters begeistert. Angelika wurde schnell zum Liebling aller Teilnehmer, sodass sie das Gefühl hatte einer großen Familie anzugehören. Sie erkämpfte den 20. Platz und erhielt als Belohnung den Ratingpreis von 40 als beste Spielerin mit einer DWZ unter 1800. Die Kurverwaltung von Bad Wildbad ehrte Angelika Valkova mit einem Geschenk für ihre Leistung und hoffen die Kurstadt in guter Erinnerung zu behalten. Der Erholungsfaktor kam auch nicht zu kurz, denn neben dem Schachgeschehen hatten alle zusammen noch viel Zeit sich die nähere Umgebung von Bad Wildbad anzuschauen. Ina Valkova, vom Beruf aus Fotografin, hielt mit ihrer Kamera viele Eindrücke in Bildern fest, um diese später ihrer

Angelika mit ihren "Trainern"

Familie zu zeigen. Dann hieß es am Samstag den 10. Oktober Abschied vom Schwarzwald zu nehmen und wieder nach Bielefeld zu fahren. Mutter und Tochter blieben noch eine weitere Woche in Bielefeld und nahmen sich Zeit den SK Sieker am Vereinsaband zu besuchen.
Beide bedankten sich bei allen Helfern (Mitglieder des SK Sieker, Rigobert Ophoff, Helmut Maczollek, Karl-Otto Jung...), die diese schöne Zeit für sie ermöglich hatten. Angelika Valkova hat es in der Leinenstadt so gut gefallen, dass sie sich vorstellen könnte, an der Universität Fremdsprachen später einmal studieren und natürlich für den SK Sieker Schach zuspielen.

Von: Rainer Borgstedt
Schachklub Sieker Bielefeld