21.04.2003

Bielefelder Sportvereine Quo Vadis ???

Am 25.03.2003 hatte der Stadtsportbund Bielefeld e.V. (SSB) die Vertreter der Bielefelder Vereine zu einem Informationsabend über das Haushaltssicherungskonzept in den großen Saal des Neuen Rathauses eingeladen.
Da die Kassen der Stadt Bielefeld leer sind (fehlende steuerliche Einnahmen durch die heimische Wirtschaft, zusätzliche Kostenausgaben im Sozialbereich), planen die verantwortlichen Stadtkämmerer durch zusätzliche Einnahmen bzw. Kürzung von Zuschüssen, das Haushaltdefizit über die Bielfelder Sportvereine zu mildern. Neben Vereinsvertreter und Vorstandsvertreter des SSB, waren auch die Abgeordneten der politisch verantwortlichen Parteien anwesend. Der Präsident des SSB Ulrich Zimmer informierte die Versammlung über die prekäre Finanzsituation ( wörtlich : Zustand wie nach dem 2. Weltkrieg) und die geplanten Sparmaßnahmen. Die Stadt Bielefeld will eine Nutzungsgebühr von 3 Euro pro Stunde für die Bereitstellung von kommunalen Sportstätten den Vereinen in Rechnung stellen.
Die Nutzungszeit soll pro Jahr erst einmal mit 150.000 Stunden aufgeführt werden - daraus ergibt sich der Stadt eine Bruttoeinnahme von 450.000 Euro. Von dieser Einnahmequelle sollen 260.000 Euro direkt in die Stadtkassen fließen und mit weiteren 40.000 Euro eine Sachbearbeitungsstelle eingerichtet werden. Die restlichen 150.000 Euro könnten zu einem späteren Zeitraum den Vereinen zurück geführt werden.
Nach dieser Hiobsbotschaft durch den Präsidenten des SSB, kritisierten viele Vereinsvertreter diesen Finanzierungsplan. Die Vereinsvertreter befürchten in diesem Schritt einen Mitgliederrückgang (vor allem im Jugendbereich) sowie weiteren Finanzschwierigkeiten. Zusätzlich ist eine gestaffelte Kürzung der Vereinzuschüsse über einen Zeitraum von 2003 bis 2006 bis zu 15% vorgesehen.
Alle politischen Parteien (BFB, Grüne, CDU) stimmen diesem Vorschlage zu. Allein die SPD versuchte durch Vorschläge, welche die Städte Gütersloh und Bünde praktizierten (u.a. Übertragungen von Reinigungsarbeiten auf Vereinsmitglieder ), die Nutzungsgebühr zu torpedieren.
Einige Jugendsportvertreter sehen die Gefahr, daß durch diese Maßnahmen viele Jugendliche auf der Straße landen und die kriminelle Statistik in Bielefeld anheben könnten. Das 1,5 std. Streitgespräch zwischen den Vereinen, Politiker und dem SSB brachte keine Gemeinsamkeiten zustande. Der Präsident des SSB appellierte zum Schluß der Veranstaltung an die Verantwortlichen, den Sport in Qualität und Quantität nicht zu gefährden.
Von: Rainer Borgstedt
Schachklub Sieker Bielefeld